
Während des Weges wurden miteinander Gebete gesprochen. Anfangs regnete es leicht, was das Gehen etwas erschwerte, doch nach einiger Zeit vergaß ich den Regen und er wurde auch weniger. Besonders beeindruckend war für mich die Stille zwischen den Gebeten: Man hörte nur die Schritte der Menschen, den Wind und ein paar Vogelstimmen. Dadurch hatte ich Zeit, über vieles nachzudenken.
Am Wegesrand kamen immer wieder neue Personen, die sich der Prozession anschlossen. Manche Teilnehmer erzählten von ihren persönlichen Anliegen oder davon, warum sie jedes Jahr mitgehen. Dadurch merkte ich, dass die Wallfahrt für viele nicht nur eine religiöse Tradition, sondern auch eine wichtige persönliche Erfahrung ist.
Um ca. 06:00 Uhr trafen wir in Schlins im Pfarrsaal ein, wo wir von Mitgliedern des PGR Schlins mit einem stärkenden Frühstück empfangen und verwöhnt wurden. Es war wie alle Jahre herrlich und lecker und um 06:30 Uhr gings auch schon wieder weiter.
Als wir schließlich den Wallfahrtsort erreichten, war die Erleichterung groß und die Stimmung fröhlich und zugleich erleichtert. Um 09:00 Uhr war ein feierlicher Gottesdienst in der Basilika Rankweil in welchem man den meisten die vorherige Anstrengung anmerkte. Die Prozession hat mir gezeigt, wie stark gemeinsamer Glaube Menschen verbinden kann.
-Ein Pilgerbericht von Lothar Bickel