Die Theresienkapelle der Hl. Kreuzkirche war lange ungenutzt und verstaubt. Letzten Sonntag änderte sich das, als erstmalig Gebet und Gesänge der orthodoxen Liturgie in deutscher Sprache hörbar wurden. Ikonen schmücken jetzt den Kirchenraum, die bekannten Sandkerzen stehen für die Gebete bereit und der Weihrauch liegt in der Luft.
Die Göttliche Liturgie wurde vom Hw. Archimandrit Ilias Papadopulos, Sekretär des Metropoliten aus Wien, zelebriert. Mit ihm dienten zusammen P. Andrej Bordeianu von der rumänischen Gemeinde in Wolfurt, P. Markus Peter von der griechischen Gemeinde in Lauterach sowie P. Cedomir Mijic von der deutschsprachigen Gemeinde in Bludenz.
Eine Gemeinde entsteht
Im kirchlichen Kontext wird eine solche Neugründung auch als Churchplanting bezeichnet. Gemeint ist damit, dass eine Gruppe von Gläubigen an einem neuen Ort eine Gemeinde ins Leben ruft, Gottesdienste feiert, Menschen einlädt, Gemeinschaft aufbaut und den gemeinsamen Glauben vertieft.
Genau dieser Weg soll nun auch in Bludenz beschritten werden. Die erste Liturgie in deutscher Sprache markiert einen wichtigen Anfang und eröffnet neue Möglichkeiten für orthodoxe Christen, ihren Glauben gemeinsam zu leben und miteinander zu feiern.
Besonders erfreut zeigte sich Hw. Archimandrit Ilias Papadopulos über die Unterstützung durch die katholische Pfarrgemeinde. Ihr gilt ein herzlicher Dank für die Gastfreundschaft und dafür, dass sie der neu entstehenden Gemeinde die Theresienkapelle zur Verfügung stellt.
Den Glauben in der eigenen Sprache feiern
Wie wertvoll dieses Angebot ist, wurde auch in den Rückmeldungen der anwesenden Gläubigen deutlich. Ein Teilnehmer brachte seine Freude so zum Ausdruck:
„Ich bin begeistert, denn endlich kann ich die orthodoxe Liturgie in deutscher Sprache mitfeiern und verstehe die Texte. Auch die Predigt und die Gebete sind auf Deutsch.“
Als Geschwisterkirchen miteinander verbunden
Die orthodoxe und die katholische Kirche verbindet eine lange gemeinsame christliche Tradition. Beide werden häufig als Geschwisterkirchen bezeichnet. Trotz bestehender Unterschiede gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die gerade in der Liturgie sichtbar und erlebbar werden.
Die Gastfreundschaft der katholischen Pfarrgemeinde ist deshalb ein schönes Zeichen gelebter Verbundenheit. Sie schafft Raum für Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen.
Auch die Gemeinschaft über den Gottesdienst hinaus soll ihren Platz haben: Im Anschluss an die Liturgie sind alle zur gemeinsamen Agape eingeladen – zu einer Begegnung bei Speisen und Getränken, zum Austausch und zum gegenseitigen Kennenlernen.
Eine Einladung zum mitfeiern
Die neue orthodoxe Gemeinde des Heiligen Apostels Johannes des Theologen wird sich ab November 2026 jeden zweiten Sonntag im Monat in der Theresienkapelle versammeln.
Alle orthodoxen Christen, Interessierten und Menschen, die die orthodoxe Liturgie kennenlernen möchten, sind herzlich eingeladen, mitzufeiern und anschließend bei der Agape Gemeinschaft zu erleben.
Kontaktperson:
Pfarrer Cedomir Mijic
06608248786
Artikel: Thomas Folie mit KI-Unterstützung
Fotos: Thomas Folie