Was macht die Heilig-Kreuz-Kirche eigentlich besonders?
Die Antwort darauf hat mehrere Seiten.
Die Kirche entstand 1932–1934, also in einer von wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen geprägten Zeit. Sie erinnert daran, dass Zukunft auch in schwierigen Zeiten gestaltet werden kann. Menschen haben diese Kirche erhofft, geplant, finanziert und schließlich gebaut – trotz mancher Rückschläge.
Auch die Architektur ist außergewöhnlich.
Die Kirche ist als elliptischer Zentralbau gestaltet und wird von einer mächtigen Flachkuppel überspannt. Die 18 strahlenförmig angeordneten Rippen der Kuppel führen den Blick zur Mitte. Ein starkes Bild für unseren Glauben: Die Mitte ist Christus.
Die Mauern aus Kalk- und Quarzsteinen aus dem Steinbruch in Lorüns machen die Kirche auch äußerlich zu einem Stück regionaler Geschichte. Die Steine sind unverputzt sichtbar – fest, witterungsbeständig und tragfähig.
Und schließlich steht die Kirche an einem besonderen Ort: auf dem Gelände eines ehemaligen Friedhofs. Hier befand sich früher das sogenannte „Welsche Kirchlein“, das insbesondere der damaligen italienischsprachigen Bevölkerung diente. So verbindet dieser Ort auf besondere Weise Geschichte, Erinnerung, Tod und die Hoffnung auf Leben.
Bei allen baulichen und historischen Besonderheiten wurde beim Patrozinium aber eine entscheidende Antwort besonders hervorgehoben:
Das Besondere der Heilig-Kreuz-Kirche sind und bleiben die Menschen.
Menschen, die sich in der Pfarre engagieren, Gottesdienste mitgestalten, Verantwortung übernehmen, anderen helfen, Gemeinschaft ermöglichen und ihren Glauben im Alltag leben.
Denn das Kreuz wird nicht nur durch ein Kirchengebäude sichtbar. Es wird dort sichtbar, wo Menschen aus ihrem Glauben heraus füreinander da sind.
Im Evangelium zum Fest Kreuzerhöhung hörten wir die Zusage Jesu:
„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Das Kreuz ist damit Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Diese Liebe wird heute konkret, wenn Menschen ihren Glauben leben: in der Pfarre, in der Nächstenliebe, in der Sorge füreinander, im gemeinsamen Gebet und in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Im Rahmen des Patroziniums gab es auch mehrere besondere Zeichen des Engagements.
Den Abschluss des Patroziniums bildete ein besonderer Segen für die Kinder und Kindergartenkinder und ihre Schultaschen.
Für den besonderen musikalischen Rahmen sorgte einmal mehr die Stadtmusik Bludenz. Mit ihren Klängen verlieh sie dem Patrozinium seinen festlichen Charakter. Dafür wurde im Gottesdienst ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.
Nach dem Gottesdienstwaren alle Mitfeiernden zur Agape am Kirchplatz eingeladen. Das Pfarrbüro, der neue Zivildiener, der Pfarrgemeinderat und Helferinnen und Helfer des Laurentiusteams sorgten gemeinsam für die Bewirtung und machten die Begegnung nach dem Gottesdienst möglich.
Bericht: Thomas Folie
Fotos: Gerhard Scopoli