
„Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet.“ (Lk 11,9)
Diese Worte aus dem Lukasevangelium standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes anlässlich meines Geburtstages. Ein Geburtstag ist nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch eine Gelegenheit, innezuhalten und zurückzublicken: Was habe ich gesucht? Wo habe ich angeklopft? Was habe ich erbeten? Und vor allem: Was ist mir geschenkt worden?
Beim Blick auf mein bisheriges Leben steht für mich vor allem eines im Vordergrund: große Dankbarkeit.
Dankbar bin ich zunächst für meine körperliche Gesundheit. Bis heute durfte ich mein Leben ohne größere gesundheitliche Beschwerden leben. Das ist keineswegs selbstverständlich und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
Dankbar bin ich auch für mein berufliches Wirken in der katholischen Kirche. Die Arbeit ist nicht immer einfach und bringt viele Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig darf ich einer Tätigkeit mit Sinn nachgehen. Für mich ist sie deshalb nicht nur Beruf, sondern auch ein Stück Berufung, die ich leben darf.
Dankbar bin ich für meine verschiedenen Ausbildungsstationen, für die Menschen, die mich geprägt haben, für die Möglichkeiten, die sich eröffnet haben, und für die Wege, die ich gehen durfte.
Ein weiterer großer Lebensschatz sind meine Reisen. 85 Länder durfte ich bisher kennenlernen, einige davon bereits gemeinsam mit meiner Familie. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf die Welt und auf die Menschen geprägt. Gleichzeitig bin ich dankbar, hier im Ländle und in Österreich leben zu dürfen.
Dankbarkeit hat immer einen Adressaten.
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, denke ich deshalb vor allem an Menschen.
An meine Eltern und Geschwister, die mir eine unbeschwerte Kindheit geschenkt haben und bis heute für mich da sind. An meine Freunde aus Kindheit und Jugend und an die Freundschaften aus Studium und Innsbruck.
Dankbar bin ich auch für die Menschen hier in Bludenz, in unserer Pfarrgemeinde und für das ganze Team, mit dem ich gemeinsam unterwegs sein darf.
Und ganz besonders gilt mein Dank meiner Familie.
„Bittet, sucht und klopft an“
Die Worte Jesu aus dem Lukasevangelium begleiten mich schon lange. In meinem Leben durfte ich erfahren, dass Gott diese Zusage ernst nimmt:
Dafür bin ich Gott dankbar.
Der Philosoph Martin Buber hat einmal gesagt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Vielleicht beschreibt dieser Satz sehr gut, was am Ende eines Lebensweges bleibt. Es sind Begegnungen und Beziehungen, die uns prägen und Spuren hinterlassen.
Viele Menschen haben in meinem Leben solche Spuren hinterlassen. Dafür bin ich danbkar.
- Thomas Folie