
Fünf Tage Assisi – und für viele mehr als eine Reise. Ende März machten sich 35 Pilgernde auf den Weg nach Italien. Organisiert wurde die Wallfahrt von Thomas Hebenstreit von der PfarrCaritas im Rahmen von LE.NA Bludenz und Pater Guido Kobiec, Pfarrmoderator vom Seelsorgeraum Bludenz. „Eine Wallfahrt verdichtet das Leben mit allem, was dazugehört“, sagt Thomas Hebenstreit. Freude und Schmerz lagen nah beieinander. Zwei Teilnehmerinnen verletzten sich, doch die Gruppe rückte enger zusammen. „Gerade in diesen Momenten zeigt sich, was Gemeinschaft wirklich bedeutet. Wir beteten für unsere verletzten Pilgerinnen und unterstützten sie so gut es geht. Keiner blieb zurück.“

Im Quartier bei den Franziskanerinnen der Casa Madonna della Pace wurde aus einem Abend ein Schlüsselereignis. Nach dem Essen teilten die Wallfahrer, was sie innerlich bewegt. Zwei Stunden lang ehrliche Worte und ganz viel Hoffnung. „Das war ein Herzfeuerwerk“, beschreibt Hebenstreit. „Die Menschen haben sich gezeigt, so wie sie sind ganz ohne Masken.“ Auch unterwegs entstand Nähe. Auf den Wegen des heiligen Franziskus und im Bus wurden Lebensgeschichten geteilt, Trost gespendet, Mut zugesprochen. Eine über 90-jährige Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Noch nie habe ich eine so tragende Gemeinschaft erlebt. Und ich war schon auf sehr vielen Reisen.“

Trotz aller Tiefe blieb auch Raum für Leichtigkeit. Ein improvisiertes Mittagessen nahe der Portiunkula, der Kapelle in der Basilika Santa Maria degli Angeli drei Kilometer unterhalb der Altstadt von Assisi. „Improvisation gehört dazu und manchmal entstehen genau daraus die schönsten Momente“, sagt Pater Guido. Mit seinem großen Wissen, Kenntnis der Sprache, Witz, Spontaneität und Geschichten prägte er die Reise.

Assisi zeigte sich wechselhaft – wie das Leben selbst: Sonnige 23 Grad in Assisi, am nächsten Tag bei einem Ausflug nach Perugia Schneesturm und 0 Grad. Bei einer Führung durch das unterirdische historische Zentrum entdeckte die Pilgergruppe historische Schätze aus der Zeit der Römer und Etrusker. Zum Abschluss ging es dann in die Weinberge bei Tili.
Am Ende der Wallfahrt bleibt eine klare Botschaft: Gemeinschaft trägt. „Wir sind als Gruppe gewachsen – im Glauben und im Miteinander“, sagt Pater Guido. Und in einem sind sich alle Pilger*innen einig: Assisi ist immer wieder eine Reise wert. „Die Planungen für die nächste Wallfahrt in zwei Jahren laufen bereits“, schmunzelt Thomas Hebenstreit abschließend.